Die Lieblingslebkuchen von Johannes Paul II. sind jetzt in der Universitätsbibliothek der KUL ausgestellt, zwischen zahlreichen Exponaten, die die Zeit dokumentieren, als Prof. Karol Wojtyła hier lehrte. Die Kuratoren widmeten den kulinarischen Vorlieben des späteren Papstes besondere Aufmerksamkeit. Besucher können sogar sein Lebkuchenrezept ausprobieren, das wir weiter unten veröffentlichen. Am Sonntag, dem 12. Oktober, wird in Polen der Papsttag gefeiert.
Ein Stück Geschichte
Das Lebkuchenstück in der Vitrine ist kein Zufall. Während seiner Zeit in Lublin liebte Karol Wojtyła die Lebkuchen von Maria Wal, der ehemaligen „Chefköchin“ im Rektorat der Katholischen Universität Lublin. Das Gebäck schmeckte ihm so gut, dass es nach seiner Wahl zum Papst sogar in den Vatikan geschickt wurde.
Die Ausstellung „Unser Professor – Papst der Hoffnung“ ist im vierten Stock der Bibliothek in Lublin zu sehen.
Einfache Speisen, großer Geschmack
Johannes Paul II. schätzte einfache Küche. In Polen aß er bescheiden. Sein Lieblingsgericht: Kartoffeln mit saurer Milch – ein Gericht, das er als besondere Delikatesse bezeichnete.
Als Papst betonte er oft: „Um die Kultur eines Landes zu verstehen, muss man auch das essen, was das Volk isst.“ Deshalb genoss er auch lokale Spezialitäten. In Italien aß er gern Spaghetti mit Tomatensoße, gebratenes Kalbfleisch und Gemüsesuppe (Minestrone).
Seine größte Schwäche waren Süßigkeiten. Besonders liebte er Käsekuchen, Apfelkuchen und natürlich die berühmten Kremówka-Sahnetörtchen. Unter den hausgemachten Backwaren durfte Maria Wals legendärer Lebkuchen nicht fehlen. Kaffee gehörte zu seinem Alltag – morgens und nachmittags.
Alltagstisch im Vatikan
Kardinal Stanisław Dziwisz erinnert in seinem Buch Zeugnis daran, dass Johannes Paul II. auch im Vatikan, wie zuvor in Krakau, bescheiden lebte. Er besaß wenig und strebte nach nichts für sich selbst. „Man kann sagen, dass er als Papst reich war, aber für sich selbst keinen Groschen hatte“, bemerkt der Kardinal.
Im Papstapartment dienten polnische Schwestern vom Heiligsten Herzen. Täglich gab es einfache italienische Gerichte: Pasta, Fleisch mit Gemüse und Wasser. Abends wurden Suppe und Fisch serviert. Nur zu besonderen Anlässen kehrte die polnische Küche zurück. Dann konnten die Schwestern zeigen, was sie konnten: Borschtsch oder andere Suppen, das berühmte Schnitzel mit Kartoffeln und Salat sowie polnischer Kuchen.
Eine Erinnerung, die bleibt
Die Bescheidenheit, Einfachheit und Offenheit von Johannes Paul II. inspirieren noch heute. Er bleibt ein Vorbild der Hoffnung – das Motto des diesjährigen 25. Papsttages: „St. Johannes Paul II.: Prophet der Hoffnung“.
Der Feiertag wird am 12. Oktober 2025 in ganz Polen und in polnischen Gemeinschaften weltweit begangen. An diesem Tag führt die Stiftung Dzieło Nowego Tysiąclecia die traditionelle Sammlung für Stipendien durch, um talentierte, aber benachteiligte Jugendliche aus kleinen Städten zu unterstützen.
Maria Wals Lebkuchen – Professor Wojtyłas Lieblingsgebäck
Die Ausstellungskuratoren der KUL entdeckten das Originalrezept, das vom Lubliner Journalisten Waldemar Sulisz in der Dziennik Wschodni veröffentlicht wurde. So kann man den Lebkuchen backen, den Prof. Wojtyła so liebte:
„Maria, wie war der Lebkuchen?
– Soll ich das Rezept geben?
– Bitte.
– Wir brauchen 10 Eier, 350 g Zucker, 100 g Butter, 2 Esslöffel Olivenöl, 2 Esslöffel Karamell, 1 kg Mehl, 0,5 Liter Sahne, 0,5 kg Buchweizenhonig, 25 g Natron und Lebkuchengewürz. Den Honig mit Butter und Öl aufkochen. Die Eigelbe 20 Minuten mit Zucker schlagen. Den abgekühlten Honig langsam in die Eigelbe gießen und die Sahne hinzufügen. Das Natron in das gesiebte Mehl geben, das geschlagene Eiweiß unterheben, den Teig kneten, dann 2 Esslöffel Karamell und das Lebkuchengewürz hinzufügen. 1 Stunde bei 150 °C backen.”
Ob das Geheimnis in Buchweizenhonig lag oder in der Herzlichkeit, mit der er gebacken wurde, lässt sich schwer sagen. Sicher ist: Dieser Geschmack blieb Johannes Paul II. im Gedächtnis und wurde Teil der Geschichte eines heiligen Papstes, der Einfachheit liebte und echte menschliche Gastfreundschaft schätzte.

Monika Stojowska KUL
KUL / Family News Service